Mo 11. Feb 2008, 08:26
@Hans-Joachim: Danke, das ist wirklich wertvolles Material. Nun kann ich leuten, die behaupten, es wäre sinnvoll, neue Atomkraftwerke zu bauen (aus Gründen der Stromerzeugung), noch mehr entgegensetzen. Schade nur, dass sich zumindest dieses Argument nicht auf einen früheren Ausstieg aus der Atomenergie anwenden lässt. Denn, wenn ich das richtig verstanden habe, wäre es rein CO2-technisch gesehen sinnvoll, die Atomkraft werke noch 2 Jahrzehnte am laufen zu lassen. Gibt es da noch andere Argumente als das Risiko einer Katastrophe oder das Problem des atomaren Mülls?
@Manne: Das ich noch nicht einmal ins Berufsleben eingetaucht bin stimmt. Jedoch habe ich meine Aussagen ja weitgehend auf das Schulsystem und die Geschichte bezogen. Das einzige Argument, dass sich auf die Berufswelt gerichtet war, war jenes, in dem ich vermutete, dass das Halb- und Unwissen nicht nur in den Schule zu finden ist, sondern in der ganzen Gesellschaft. Ich denke aber, dass ich hier richtig liege, nicht zuletzt weil ich auch viele Leute kenne, die schon im Berufsleben stehen und somit zumindest einen indirekten Eindruck davon habe. Zudem gibt es ja auch noch andere Bereiche, außer Schulen und Universitäten, zu denen ich direkten Kontakt habe (Supermarkt, Foren, andere Familien usw). Auch hier konnte ich bis jetzt meine These größtenteils bestätigen, dass auch dort das Halb- und Unwissen vorzufinden ist.
Das Zitat mit dem Kommunismus habe ich schon oft gehört. Es stimmt, wenn man es auf den Kommunismus anwendet, der nunmal (als Staatssystem) wirklich nicht viel mehr ist, als eine gut gemeinte Phantasie. Ich denke, aber, dass du auf etwas anderes hinauswolltest, wie du ja auch angedeutet hast, nämlich auf die Entwicklung eines Menschen. Natürlich werde ich mch noch stark verändern. Natürlich werden sich meine Ansichten noch umgestalten. Die Frage ist nur, wohin. Ich denke nicht, dass man die Entwicklung eines Menschen so gut vorhersagen kann. Sicherlich lassen viele Leute von ihren optimistischen Utopien ab, wenn sie älter werden. Andere aber bauen sie dann erst richtig aus und das sind gar nicht so wenige. Es könnte gut sein, dass ich in 10,20 Jahren denke "man, damals hast du echt nur das Gute gesehen und in deiner Traumwelt gelebt, heute weißt du, wie der Ernst des Lebens aussieht". Es muss aber nicht so sein. Auch unter Menschen, die schon Jahrzehnte lange Berufserfahrung haben, finden sich Leute, die ähnlich denken. Zum Teil sind sie sogar in der CDU (beispielsweise Geißler).
Und dass die Aussichten nicht gut sind, stimmt. Da stimme ich dir ja zu. Das System läuft meiner Meinung nach auf einen Abgrund zu, auch wenn es noch einige Zeit dauern wird, bis es ihn erreicht. Aber erstens wird das, und da bin ich mir ziemlich sicher, nicht das Ende der Welt bedeuten. Es wird weitergehen, auch wenn eine schwierige Zeit kommen wird. Das hat meiner Meinung nach die Geschichte gezeigt. Es gibt Systeme, es gibt Phasen, in denen sie funktionieren und Phasen, in denen sie Zugrunde gehen. Dann entsteht normalerweise ein neues usw....Noch wichtiger ist aber meines Erachtens der zweite Punkt: In der Geschichte lag die Macht über die Welt schon immer in der Hand weniger. Verglichen mit dem Mittelalter, ist die Macht ziemlich gut verteilt. Sicherlich gab es auch Phasen größerer Gerechtigkeit (auch wenn mir auf Anhieb keine einfällt), aber auch schon viel viel schlimmere. Das heißt nicht, dass wir und zurücklegen sollten und nichts mehr tun, weil es uns ja verglichen zu früher ach so gut geht. Es soll nur verdeutlichen, dass es solche Zustände schon einmal gab und dass die Menschheit auch da ihren Ausweg gefunden hat. Der Kampf ist meiner Meinung nach nicht hoffnungslos (typisch jugendlich, cih weiß

)
Ich denke, wir sind und einig darüber, dass es so nicht weitergehen darf und dass sich eine Menge verändern muss. Nichts desto trotz denke ich, dass es und verhältnismäßig gut geht und wir eigentlich noch Glück haben. Wenn wir uns zum Beispiel darüber aufregen, dass Schäuble am liebsten alles überwachen würde, so ist das gut, richtig und notwendig. Aber wir haben genug zu essen, ein Dach über dem Kopf, können die öffentliche Bibliothek benutzen und an Demonstrationen teilnehmen. Das haben schätzungsweise 70% der restd er Welt nicht.
Viele Grüße
Matthias